AddA-Tagung 2017 – LEIPZIG

Geschrieben von ÖBV Theater am in AddA, AKTUELL, Ausschreibungen International, BDAT, Fachtagung

Bericht von Katrin Kellermann

Theaterwissenschaftliches Institut der Universität Leipzig

03. November 2017 bis 05. November 2017


Auf Einladung des Bundes Deutscher Amateurtheater (BDAT) trafen sich 21 Delegierte der Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Amateurtheaterverbände (AddA) vom 3. bis 5. November 2017 zur Jahrestagung und zum Kulturaustausch in Leipzig. Amateurtheater im internationalen Kontext, wissenschaftliche Fragestellungen, Projekte zwischen Theorie und Praxis sowie Diskussionen um eine aktuelle Standortbestimmung der 1972 gegründeten Freundschaftsvertragspartnerschaft bildeten Schwerpunkte der Tagung.

Beteiligt waren die Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsverbände: Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel & Theater (BAG), Bund Deutscher  Amateurtheater  (BDAT), Österreichischer Bundesverband für außerberufliches Theater (ÖBV), Südtiroler Theaterverband und Zentralverband Schweizer Volkstheater (ZSV). Zum Einstieg stellten Dr. Micha Braun, Andrea Hensel (beide CCT, Universität Leipzig), Stephan Schnell (BDAT Berlin), Claudius Baisch und Sophia-Charlotte Reiser (Institut für Theaterwissenschaft, Universität Leipzig) die Zusammenarbeit zwischen dem Centre of Competence for Theatre (CCT) und dem BDAT vor und erläuterten ihr dreijähriges Forschungsprojekt.

„Fremde spielen. Amateurtheater als Medium informeller und non-formaler transkultureller Bildung“ lautet der Titel, unter dem sich Wissenschaftler und Theaterpraktiker mit der Frage befassen, wie Amateurtheater in Zeiten von Globalisierung, konstanter Migration und Aktionen gegen Fremde zur transkulturellen Bildung der Gesellschaft beitragen kann. Der Leiter des Projekts und des Theaterwissenschaftlichen Instituts Prof. Günther Heeg begrüßte am Samstag die AddA-Vertreter am Uni-Standort und machte hier auf zwei neue Publikationen aufmerksam, die auf großes Interesse stießen: „Willkommen Anderswo – sich spielend begegnen. Theaterarbeiten mit Einheimischen und Geflüchteten“ (Günther Heeg und Lutz Hillmann, Hrsg.) sowie „Das transkulturelle Theater“ (Günther Heeg, Hrsg).

Diskutiert wurde in diesem Jahr auch eine aktuelle Standortbestimmung und künftige Ausrichtung der AddA. Einig waren sich die Vorsitzenden der Verbände, dass das erfolgreiche Interkurs-Konzept als zentrales gemeinsames Projekt fortgesetzt wird. Das „train the trainer“ –Fortbildungsprogramm, bei dem sich ausgewählte Referentinnen und Referenten gegenseitig schulen und neue Theatertechniken erproben, ist derzeit in der sechsten Runde. Der Erfolg dieses Konzepts setzt sich innerhalb der Mitgliedsverbände fort. So hat der ÖBV eine Fortbildung ins Leben gerufen, bei der Absolventen des Interkurses auf der Basis des „train-the-trainer-Konzeptes“ ihr Wissen weitergeben. Das Angebot steht Interessierten aus der gesamten AddA-Gemeinschaft offen. Nächste Fortbildung: „Aus der Praxis für die Praxis!“, 9. bis 11. März 2018, Schloss Puchberg bei Wels, Oberösterreich. Infos: www.oebvtheater.at

Etabliert hat sich auch das gemeinsam konzipierte Jugendtheatertreffen „Babylon IV“.
In 2019 findet das nächste Treffen statt, an dem sich neben den vier AddA-Ländern erstmals auch Belgien beteiligen wird. Vom diesjährigen AITA/IATA Kongress des Weltverbandes AITA/IATA in Monaco und einer komplexen und schwierigen Strukturdebatte berichteten Ute Handwerg (BAG Spiel und Theater) und Stephan Schnell (BDAT). Zielsetzungen und strategische Konzepte der AITA/IATA blieben dort unklar, sodass der weitere Dialog mit dem Weltverband notwendig ist. Ein Erfolg ist es, dass die Generalversammlung auf Vorschlag der BAG und des BDAT Christel Gbaguidi (Berlin/Benin) und Harald Sommer (Lingen) in den Vorstand der AITA/IATA wählte. Hiervon erhofft sich die AddA neue Impulse für und aus dem Weltverband.

Ein kleines Theater-Praliné erwartete die Delegation in den Cammerspielen Leipzig. Don Q – Fragmente einer Rittergeschichte, nominiert für den Leipziger Bewegungskunstpreis 2016, wurde hier als musikalische Reise von Don Quixote und Sancho Panza poetisch und humorvoll mit Masken und Figuren interpretiert. Auch das Thema „Mundart“ fand im Rahmenprogramm Anklang: Unter dem Motto „Midd dor Bädzold’n dorsch de Siddy“ ging die AddA auf eine kabarettistisch-sächsische Entdeckungsreise durch die Leipziger City mit seinen vielen restaurierten Höfen und Passagen. Die nächste AddA-Sitzung findet vom 23.-25. November 2018 in der Schweiz statt.

Katrin Kellermann (Öffent­lich­keits­re­fe­ren­tin BDAT)

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