Kurzbericht: Zur Theaterfreien Zeit …

Geschrieben von Mona Egger-Grabher am in Blog

… oder: gemeinsam durch die Zeiten, in denen die Bühnen unbespielbar waren!

Und dann waren plötzlich die Theater alle zu. Die professionellen ganz spektakulär mit Pressekonferenzen und starken Nachrichten. Die Amateurtheater still und quasi heimlich. Auf den facebook-Seiten der Gruppen, auf den Homepages der Amateurbühnen konnte man die Hiobsbotschaften lesen: „ABGESAGT“, „Leider müssen wir euch enttäuschen…“, „Die Karten werden zurückgenommen.“, „Vielleicht im nächsten Jahr..“ und vieles mehr …

Gespenstisch, wie still alles war. Aber ganz langsam begannen die Theater nach Ideen zu suchen, wie sie präsent bleiben könnten, sie erfanden Lesungen und Theaterspiele, Theaterübungen, sie erfanden Texte, die auch interpretiert werden konnten. Aber alles mit Abstand! Es wurde sehr viel nachgedacht und diskutiert, gerade über die Sozialen Medien bildeten sich Gruppen und Arbeitsgemeinschaften, im professionellen Bereich noch mehr als im Amateurbereich – dort versuchte man offensichtlich, die Angelegenheit pragmatisch zu betrachten. Nur ganz wenige Theatergruppen gaben ihrer Verzweiflung Ausdruck ….  Einige Gruppen hatte es schwer getroffen, sie haderten mit dem Schicksal, das hatte es mit ihnen wirklich nicht gut gemeint – Probenbeginn Januar oder Februar, Generalprobe und Premiere für Anfang März angesagt – und dann alles ABSAGEN! Die Enttäuschung war verständlich! Zu verständlich!

Beeindruckende Kreativität der Amateurgruppen

So blieb es eine Zeitlang ruhig, dann aber kamen zaghafte Versuche, sich wieder in Erinnerung zu rufen, oder das Bestreben, die Spieler.innen-Kollegen wieder zu treffen … oder das zu feiern, was nicht mehr stattfinden hatte können. Die Bühnen entdeckten, dass die digitalen Medien verschiedene Möglichkeiten boten – sich zu treffen, zu plaudern, zu diskutieren, Texte zu sichten und Leseproben abzuhalten. Manche Gruppen schafften sogar eine tatsächliche Probe (Monolog im Ein-Personen-Stück, Dialoge über den Regisseur, etc.), es gab auch Gruppen, die ganz anders an die Zeit der Schließungen herangingen – sie suchten sich ein anderes Medium, den Film, das Hörspiel. Sie suchten Herausforderungen und veranstalteten Spiele – zum Beispiel mit anderen Gruppen aus ihrem Bundesland. Ungeheuer spannend hier den kreativen Prozess zu beobachten; meiner Wahrnehmung nach waren es meist einzelne Personen, von denen die Initiative ausging.

Hier brachte sich der ÖBV THEATER ein; die Idee einer Gruppe, die Premierenfeier durchzuführen (ohne dass es eine Premiere gegeben hatte), war dafür ausschlaggebend, die Amateurgruppen zu bitten, ihre Aktivitäten sichtbar zu machen. Ein Schreiben an die Landesverbände (zur Weiterleitung) ermöglichte eine breite Wirkung – und die Gruppen beteiligten sich! Zuerst etwas zögerlich, dann zunehmend mehr und mehr – mit bunten Postings, originellen Texten und Bildern! Es beteiligten sich Gruppen aus allen Bundesländern (wobei man gar nicht sagen kann, welcher Landesverband die meisten Beiträge lieferte, denn eine Mitgliedschaft kann ja auch bundesländerübergreifend erfolgen);  mancher Landesverband stellte sogar selbst einen Beitrag ein.

Danke an Dagmar Höfferer für das Engagement bei diesem Projekt und diesen Kurzbericht!

Impressionen:

ÖBV THEATER dankt seinen Landesverbänden für die gute Zusammenarbeit in diesem Projekt. Seit dem Beginn dieser Aktion haben mehr als 90 Personen aktiv ihr Interesse an ÖBV THEATER bekundet, allein über die facebook-Seite.

DOWNLOAD: Beteiligte Gruppen & Personen [PDF]


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